Was ist eine TIER-Zertifizierung für Rechenzentren und warum ist sie wichtig?
Pressemitteilung / April 2026
Im digitalen Zeitalter ist die Betriebskontinuität zu einem der sensibelsten Themen für Unternehmen geworden. Die Infrastrukturqualität und Leistungsfähigkeit von Rechenzentren, in denen sämtliche geschäftskritischen Daten eines Unternehmens liegen, werden an einem internationalen Standard gemessen. Dieses als TIER-Zertifizierung bekannte System wurde vor mehr als dreißig Jahren vom Uptime Institute entwickelt und gilt heute weltweit als Gütesiegel für Zuverlässigkeit. SERBAN, eines der führenden EPC+-Unternehmen für Rechenzentrumsbau in der Türkei, legt seinen Projekten die TIER-Standards als Referenz zugrunde und realisiert seine Infrastrukturlösungen entsprechend. In diesem Beitrag betrachten wir das TIER-Klassifizierungssystem im Detail, das dabei hilft, Investitionen in Rechenzentren mit den Unternehmenszielen in Einklang zu bringen.
Die Zertifizierung, die bereits an mehr als 4.000 Einrichtungen in 122 Ländern vergeben wurde, belegt, in welchem Maße die Infrastruktur eines Rechenzentrums die betrieblichen Anforderungen erfüllt. Das Uptime Institute ist die einzige lizenzierte Stelle, die zur Vergabe dieser Zertifizierung berechtigt ist. Statt eine bestimmte Technologie vorzuschreiben, konzentriert sich das Bewertungsverfahren unmittelbar auf Leistungsziele.
Das System stützt sich auf zwei zentrale Säulen. Die erste ist die Topologie, die physische Infrastrukturfähigkeiten wie Wartung, Stromversorgung und Kühlung umfasst. Die zweite ist die betriebliche Nachhaltigkeit (Operational Sustainability), die – völlig unabhängig von der Infrastruktur – die Betriebsführung des Rechenzentrums und seine langfristigen Ziele betrachtet.
Welche Tier-Stufen gibt es bei Rechenzentren?
Die Klassifizierung von Rechenzentren umfasst vier Stufen, die sich an der technischen Ausstattung der Anlage und an ihrer Fähigkeit orientieren, die Betriebskontinuität sicherzustellen. Die Stufen bauen aufeinander auf, das heißt, jede höhere Stufe schließt sämtliche Merkmale der darunterliegenden Stufen ein. Es wäre jedoch ein Irrtum anzunehmen, dass die höchste Stufe für jedes Unternehmen die richtige Wahl ist. Die richtige Entscheidung hängt vollständig von den betrieblichen Anforderungen und dem Budget des Unternehmens ab.
Tier I – Was bietet die Basiskapazität?
Tier I steht für die Basisinfrastruktur, die zur Unterstützung von Büroumgebungen und Standard-IT-Systemen erforderlich ist. Eine unterbrechungsfreie Stromversorgung (USV) zur Überbrückung von Stromausfällen, eigene Kühlanlagen und Notstromaggregate gehören zur Standardausstattung dieser Stufe. Die Backup-Systeme bieten zwar einen gewissen Schutz vor menschlichen Fehlern, können das System jedoch nicht vollständig vor unerwarteten Störungen schützen. Für Wartungs- und Reparaturarbeiten muss die Anlage vollständig abgeschaltet werden.
Tier II – Was bedeuten redundante Komponenten?
Zusätzlich zu den Merkmalen von Tier I verfügt Tier II über redundante Kapazitätskomponenten für die Stromversorgung und die Kühlung. Dank redundanter Generatoren, Energiespeichereinheiten und Anlagen zur Wärmeabfuhr können kritische Komponenten für Wartungsarbeiten außer Betrieb genommen werden, ohne das gesamte System abzuschalten. Ein unerwarteter Stromausfall oder eine Störung birgt dennoch weiterhin das Risiko einer Betriebsunterbrechung.
Tier III – Warum wird die gleichzeitige Wartbarkeit bevorzugt?
Tier III ist eine der in der heutigen Unternehmenswelt am weitesten verbreiteten Stufen. Ihr entscheidendes Merkmal ist eine Infrastruktur, die Wartungsarbeiten im laufenden Betrieb ermöglicht. Dank redundanter Versorgungspfade, die die kritische Umgebung unterstützen, muss das Rechenzentrum während der Reparatur oder des Austauschs einzelner Anlagenteile nicht abgeschaltet werden. Selbst wenn eine Komponente außer Betrieb genommen wird, laufen die IT-Prozesse im Hintergrund ohne Unterbrechung weiter, als wäre nichts geschehen. SERBAN hat die Tier-III-Standards in seinen bislang abgeschlossenen Rechenzentrumsprojekten erfolgreich umgesetzt. Die Referenzen des Unternehmens in diesem Bereich finden Sie auf der Seite SERBAN-Referenzen.
Tier IV – Wie funktioniert eine fehlertolerante Architektur?
Die höchste Resilienzstufe, die mit dem Ziel konzipiert ist, Ausfallzeiten vollständig auszuschließen, wird als Tier IV zertifiziert. Redundante Komponenten und Versorgungspfade werden vollständig unabhängig voneinander und physisch getrennt errichtet. Da die Tier-III-Struktur um Fehlertoleranz ergänzt wird, wirkt sich der Ausfall einer einzelnen Anlagenkomponente nicht mehr auf das gesamte System aus. Die getrennte Architektur macht es physisch unmöglich, dass sich ein mögliches Problem auf andere Einheiten ausbreitet. Sämtliche IT-Geräte sind mit einer eigenen fehlertoleranten Stromversorgung ausgestattet, und das System wird durch eine kontinuierliche Kühlung unterstützt.
Wie setzt SERBAN die TIER-Standards um?
Im Rahmen seines EPC+-Modells steuert SERBAN Rechenzentrumsprojekte von der Planung bis zur Übergabe aus einer Hand. Dabei dienen die TIER-Standards des Uptime Institute als zentraler Bezugspunkt für die Festlegung der Zuverlässigkeit der Infrastruktur jedes Projekts. Die Erfahrung, die SERBAN bei Projekten wie dem Turkcell-Rechenzentrum Europa sowie den Rechenzentren in Gebze und Ankara mit einer Gesamtkapazität von mehr als 120 MW gesammelt hat, belegt seine Kompetenz in der Branche. Erfahren Sie mehr über den EPC+-Ansatz des Unternehmens.
Die Zuverlässigkeit eines Rechenzentrums in der digitalen Welt wird unmittelbar an seiner TIER-Zertifizierung gemessen. Wer bei der Planung seiner Infrastrukturinvestitionen die Standards des Uptime Institute als Referenz heranzieht, sichert die Zukunft seines Unternehmens auf die wohl zuverlässigste Weise ab. Bei der Wahl der richtigen Stufe für Ihr Unternehmen genügt es zu berücksichtigen, wie geschäftskritisch Ihre Daten sind und welche Ausfallzeiten Sie tolerieren können. Um mit SERBAN in Kontakt zu treten, besuchen Sie bitte unsere Kontaktseite.