Welche internationalen Standards gelten im Rechenzentrumsbau?
Pressemitteilung / April 2026
Da die Nachfrage nach Rechenzentren weltweit weiter steigt, sind hohe Effizienz und eine lange Betriebsdauer von entscheidender Bedeutung. In jeder Phase – von der Planung über den Bau bis hin zum Betrieb – regelt eine Reihe von Standards Sicherheit, Leistung und Energieeffizienz. Die von internationalen Organisationen und Branchenverbänden festgelegten Standards stellen sicher, dass Rechenzentren mit minimalem Risiko und maximaler Kapazität betrieben werden. Welche internationalen Standards gelten also im Rechenzentrumsbau?
Internationale Infrastrukturvorschriften und Standards für Rechenzentren
Zwar gelten für den Rechenzentrumsbau nationale und lokale Vorschriften und Standards, doch immer größere und zunehmend global ausgerichtete Rechenzentren müssen auch internationale Standards erfüllen. Internationale Rechenzentrumsstandards und Infrastrukturvorschriften schaffen eine gemeinsame Sprache zwischen den Anlagen und ein einheitliches Verständnis der Redundanzstufen. Sie tragen dazu bei, dass Rechenzentren sicher, nachhaltig und auf dem globalen Markt wettbewerbsfähig bleiben.
Tier-Standards des Uptime Institute
Die vom Uptime Institute festgelegten Tier-Standards bewerten Rechenzentren in der Planungs-, Bau- und Inbetriebnahmephase anhand von vier Stufen der Redundanz und Zuverlässigkeit. Das Uptime Institute gilt als die weltweit erste Organisation, die die Zuverlässigkeit von Rechenzentren bewertet und vergleicht. Als gemeinnützige Organisation prüft es Rechenzentren und zertifiziert sie nach verschiedenen Standards.

TIER 1
Die Tier-1-Zertifizierung eignet sich für Rechenzentren mit einer einzigen Stromquelle und wird in der Regel von kleineren Anlagen gewählt, die keine umfangreiche Datenspeicherung benötigen. In Rechenzentren nach diesem Standard erfolgt die Verteilung über einen einzigen Pfad, sodass bei einer Störung das gesamte System abgeschaltet werden muss. Diese Anlagen verfügen zwar unter Umständen über Generatoren für längere Stromausfälle, besitzen jedoch keine Redundanz für Systemkomponenten.
TIER 2
Wie bei Tier 1 werden die Daten auch in einem Tier-2-System über einen einzigen Pfad verteilt. Fallen jedoch Komponenten des Rechenzentrums aus, kann das System dank redundanter Strom- und Kühlkomponenten teilweise weiterbetrieben werden. Die Tier-2-Zertifizierung wird in der Regel von Organisationen gewählt, die nicht unter hoher Auslastung arbeiten oder bei Ausfallzeiten keine erheblichen finanziellen Verluste erleiden würden.
TIER 3
Mit einer jährlichen Verfügbarkeit von 99,982 % belegen Tier-3-Rechenzentren die Zuverlässigkeit und Kompetenz eines Unternehmens. In diesem System verfügen Rechenzentren über mehrere Verteilungspfade und redundante Systeme. Sie umfassen nahezu alle Schutzsysteme, mit Ausnahme bestimmter fortschrittlicher Schutzmethoden, die Tier-4-Systemen vorbehalten sind.
TIER 4
Tier 4, die höchste und umfassendste Zertifizierung des Uptime Institute, bietet Unternehmen ein Höchstmaß an Verfügbarkeit und Schutz. In einem Tier-4-System ist jede Komponente fehlertolerant, das heißt, für jedes Bauteil gibt es eine Reserve. Dank ihrer redundanten Systeme können diese Rechenzentren selbst bei Stromausfällen weiterarbeiten. Tier-4-Rechenzentren erreichen eine jährliche Verfügbarkeit von 99,995 %.
Zertifizierungen der Internationalen Organisation für Normung (ISO)
Für die Betriebsprozesse und die Instandhaltung von Rechenzentren lassen sich mehrere ISO-Normen heranziehen. Eine Reihe von Rechenzentrumsprozessen, darunter die Lebenszyklusplanung der Ausrüstung und das Finanzmanagement, fällt in den Anwendungsbereich der ISO-Normen. Einige dieser betrieblichen Standards werden im Folgenden vorgestellt:
Normenreihe ISO 14000
Die internationalen Normen für Umweltmanagement bieten Unternehmen eine Reihe von Instrumenten, um einen strategischen Ansatz im Umgang mit Umweltfragen zu entwickeln. Die bekannteste und am weitesten verbreitete Norm der ISO-14000-Reihe ist ISO 14001. Organisationen nutzen die ISO-14000-Reihe, um die Umweltauswirkungen ihrer Tätigkeiten zu minimieren. Diese Normen werden von einer Nichtregierungsorganisation entwickelt, und ihre Anwendung ist vollständig freiwillig. Mit einer ISO-14000-Zertifizierung zeigen Unternehmen ihr Engagement für Umweltverantwortung. Die Zertifizierung erleichtert es ihnen zudem, die Umweltvorschriften in den Ländern einzuhalten, in denen sie tätig sind.
ISO 50001
Die Norm ISO 50001 dient dazu, die Energieeffizienz zu verbessern, den Energieverbrauch zu optimieren und einen sachgerechten Ressourceneinsatz in der gesamten Anlage sicherzustellen. Sie beruht auf dem Prinzip der kontinuierlichen Verbesserung und hilft Organisationen, Energiekosten zu senken, ihren CO₂-Fußabdruck zu verringern und ihre Abhängigkeit von importierter Energie zu reduzieren.
ISO 14040
ISO 14040 befasst sich mit der Ökobilanz (Life Cycle Assessment, LCA) und behandelt die Umweltauswirkungen der im Rechenzentrumsbau eingesetzten Materialien. Die Norm deckt den gesamten Lebenszyklus ab – von der Verarbeitung und Nutzung der Materialien bis zu ihrer Entsorgung am Ende der Nutzungsdauer. Neben der Förderung eines effizienten und wirksamen Ressourceneinsatzes kann sie auch zur Senkung der Recyclingkosten beitragen.
ISO 9001
Rechenzentren setzen die Norm ISO 9001 für Qualitätsmanagementsysteme ein, um branchenspezifische Anforderungen zu erfüllen und die Kundenzufriedenheit sicherzustellen. Sie stärkt die proaktive Entscheidungsfindung in Rechenzentren und beschleunigt Geschäftsentwicklung und Arbeitsabläufe.
ISO 45001
Im Rechenzentrumsbau gilt es, nicht nur die Sicherheit der Anlage selbst, sondern auch die körperliche und psychische Gesundheit und Sicherheit der Beschäftigten zu schützen. Das in ISO 45001 definierte Managementsystem für Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit bietet den Beschäftigten ein sicheres, nachhaltiges und gesundes Arbeitsumfeld. Es hilft, mögliche Personalausfälle zu vermeiden, und schützt zugleich das Image des Unternehmens.
Europäische Rechenzentrumsstandards
Die europäischen Rechenzentrumsstandards, entwickelt vom Europäischen Komitee für elektrotechnische Normung (CENELEC), in dem 34 europäische Länder zusammengeschlossen sind, zielen darauf ab, Rechenzentren hinsichtlich Form, Größe und eingesetzter Ingenieurtechnik auf einen gemeinsamen Standard zu bringen. Die Norm EN 50600 dient zur Analyse der Infrastruktur aller Rechenzentren, unabhängig von ihrer Größe. Sie definiert Anforderungen an Bau, Klimatisierung, Stromversorgung, Verkabelung und Sicherheitssysteme von Rechenzentren sowie an alle weiteren für den Rechenzentrumsbetrieb erforderlichen Elemente und setzt diese um.
SERBAN setzt im Rechenzentrumsbau auf internationale Standards
Die Qualitätspolitik von SERBAN beruht darauf, die Kundenzufriedenheit auf höchstem Niveau zu halten und im Einklang mit internationalen Standards zu produzieren. Das Unternehmen strebt eine führende Position in seiner Branche an, indem es seine Qualitätsmanagementsysteme kontinuierlich verbessert, umweltfreundliche Produktionsprozesse einsetzt und der Schulung seiner Mitarbeitenden besondere Bedeutung beimisst. Die Einhaltung aller gesetzlichen und regulatorischen Anforderungen, der Aufbau starker, vertrauensvoller Beziehungen zu Kunden und höchste Qualität bei Produkten und Dienstleistungen gehören ebenfalls zu den Grundprinzipien von SERBAN. Dementsprechend setzt SERBAN in den Bereichen Qualität, Arbeits- und Gesundheitsschutz, Umwelt, Informationssicherheit und Business-Continuity-Management auf internationale Standards.